Hausverkauf: Hypothek mitverkaufen?

Casa Bene Immotipp vom 27. September 2018

Gelangt man an das Ende des Verkaufsprozesses des eigenen Hauses, hat den Käufer gefunden, der Preis stimmt gegenseitig, der Vertrag steht, die Übergabe verlief auch wunderbar - dann kommt ein schönes Gefühl hoch. Alles ist erledigt! Alles? Was passiert mit Ihrer Hypothek?

Ein Weg, die Hypothek in den Verkaufsprozess einzubinden, ist die auf den ersten Blick naheliegende Vorstellung, die Hypothek doch gleich mit dem Haus an den neuen Käufer mitzuverkaufen.

Der Gedanke ist durchaus interessant, die Möglichkeit des Gelingens birgt aber diverse Hürden. Die Hypothek ist eine Geschäftsbeziehung zwischen Ihrer Bank und Ihnen. Sie haben die Hypothek von Ihrer Bank erhalten, nachdem die Bank geprüft hat, ob Sie diesen Kredit tragen können, ob Ihr Einkommen die Zinszahlungen langfristig und ohne Risiko finanzieren kann. Den Zins, den Sie Ihrer Bank für die Hypothek zahlen, entspricht Ihrer persönlichen Kreditwürdigkeit bei Ihrer Bank auf die festgelegte Laufzeit der Hypothek. Sie erhalten die Hypothek, weil Sie sich den Kredit gemäss Ihrer Bank leisten können.

Wenn Sie nun Ihre Hypothek mitverkaufen wollen an den neuen Käufer, so stellen sich viele Fragen: Findet der Käufer Ihre Bank als seine Bank ebenfalls passend? Wird Ihre Bank den Käufer Ihrerseits als Kunden wollen? Ist sie bereit, die Hypothek zu gleichen Konditionen zu vergeben oder wird sie einen anderen Zins verlangen, weil der Käufer einen anderen finanziellen Hintergrund hat? Passt die Chemie zwischen Käufer und Ihrer Bank überhaupt? Passt der Betrag oder will der Käufer einen höheren Kredit? Oder einen tieferen?

Die Hypothek ist eine individuelle, persönlich abgestimmte Beziehung zwischen Ihnen und Ihrer Bank. Der Weiterverkauf ist nicht unmöglich, aber es gilt zuvor diverse Fragen zu klären. Zuerst mit Ihrer Bank. Und dann mit dem Käufer.