Hausverkauf: Der beste Preis ist nicht immer der beste Preis

Casa Bene Immotipp vom 6.6.2019

Man hat viele Jahre in seinen eigenen vier Wänden verbracht, renoviert, umgebaut, viel Herzblut und Schweiss investiert. Und nun kommt der Zeitpunkt, dieses Haus oder diese Wohnung zu verkaufen. Plötzlich realisiert man: Da geht es um viel Geld. Da ist viel Geld zu machen. Also holen wir das Beste aus dem Verkauf heraus! Aber wie: Ja, mit dem höchsten Preis natürlich!

Wenn wir etwas verkaufen wollen, das unser Eigen ist und uns am Herzen liegt, dann wollen wir auch entsprechend dafür bezahlt werden. Das ist ein sehr natürliches Verhalten bei einem jeden von uns. Im Zeitalter von Verkaufs- und Auktionsplattformen im Internet haben viele von uns auch ihre Erfahrung gesammelt und das eine oder andere kleinere oder grössere verkauft: Einen Esstisch, ein Fahrrad oder auch ein Auto. Eine Möglichkeit dabei ist es, den Verkaufsgegenstand auszuschreiben, einen Mindestpreis festzulegen und dann die interessierten Käufer bieten zu lassen. Und so sagt man sich “Was für den Esstisch gut ist, wird für das Haus auch gut sein!”.

Leider ist dem nicht so. Das Bieterverfahren nach Auktionsprinzip, in dem alle interessierten Käufer zum Bieten eines Preises aufgefordert werden und dann der Höchstbietenden oder jener, der einem am sympathischsten ist, die Zusage bekommen, funktioniert nur bedingt. Es funktioniert nur dann, wenn eine sehr hohe Nachfrage am Markt besteht. Bei Immobilien ist dies meist nur in Stadtgebieten und Ballungszentren für gewisse Objekte der Fall. Fehlt die nötige Nachfrage und sind es nur einige wenige Kaufinteressenten, besteht die Gefahr, dass man mit dem Bieterverfahren den Verkaufsprozess gefährdet. Ein Bieterverfahren ist nämlich weniger persönlich und transparent als eine individuelle Kaufbetreuung. Und somit birgt es für den Käufer mehr Unsicherheit. Diese ist der Käufer nur bereit einzugehen, wenn er am Markt klar im Nachteil ist, es also viel mehr gleichgesinnte Kaufinteressenten in der Region für solche Objekte gibt als es Verkaufsobjekte gibt. Ist dies nicht der Fall, besteht das Risiko, mit einem Bieterverfahren einen grundsätzlich interessierten Käufer in die Arme eines anderen “transparenteren” Verkäufers zu verscheuchen. Was immer schade ist.

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